Hope that I don’t fall in love with you

Ja, ich weiß, auch deine Geschichte der Liebe ist eine Geschichte der vertanen, vorbeigezogenen Chancen. Wie oft hast du es nicht geschafft, IHR so nahe zu kommen, dass du deinen Rauch-Kringel durch den IHREN hauchen konntest? Wie oft war SIE schon aus dem Raum, als du dich wieder zu IHR hinübersehen trautest? Wieviele Drinks hast du gebraucht um zu verstehen, dass du SIE in diesem flüchtigen Augenblick, in dem alle Ewigkeit hindurchscheint, geliebt hast?

Und wie oft hast du schon diesen Song für SIE gesungen?

Music & Lyrics: Tom Waits – gesungen von WF

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Published in: on Januar 10, 2015 at 4:03  Schreibe einen Kommentar  
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Tanz dich in meine Mitte

Tanz dich in meine Mitte
dreh dich
halt nicht an bis
die Sonnenkugeln
zu fließen
beginnen

Reiß‘ meinen Himmel
auf
ein kleines Stück Samt
das tut nicht weh
verwirrt die Wolken
vielleicht

wirbelt Worte weiter
bis wir kreisen
gemeinsam sprühen
im weichen Fluss

Astrid Dornbrach

Published in: on August 9, 2008 at 12:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Sammlerin

Es ist ja nichts Neues oder sonderlich Unanständiges, dass sich manche Frauen Gipsabdrücke der erigierten Schwänze ihrer verflossenen Liebhaber in die Wohnzimmervitrine stellen. Sorgfältig mit Hand beschriftete Namensschilder auf den Marmorsockeln verleihen den Penisbesitzern den Nimbus des Unvergänglichen, einer in Wirklichkeit nie erreichten Härte, und ließen schon so manchen ehemals Geliebten beim späteren gelegentlichen Kaffeeplausch in Rinkas Wohnzimmer wohlig und sehnsüchtig erschauern.
Bei Rinka, meiner alten unerfüllten Jugendliebe, waren diese Erinnerungsstücke noch auf unvergleichliche Weise aufgehübscht. Auf jedem der kalkweißen Teile prangten karmesinrote Abdrücke ihrer sinnlich halbgeöffneten Lippen, auf manchem nur einer, auf manchem zwei, aber nie mehr als vier, je nachdem, wie oft ihr der Sinn nach dem Verzehr gestanden hatte.
Die Penisse, etwa 80 an der Zahl, standen wie die Soldaten des Kaisers von China mit weichem Licht ausgeleuchtet in einem Glasschränkchen auf zwei Regalebenen; in der unteren Reihe die 16er und länger, oben die Kürzeren. Das waren allerdings nicht so viele, denn Rinka war anspruchsvoll und erkannte meist schon auf den ersten Blick, was gut in sie passte. Deshalb war auf dem oberen Regal noch ein Eckchen frei für ein paar ziemlich dicke, aber maximal 12er-Stumpen, die keine Lippenabdrücke aufwiesen. „Ach, so weit hab ich damals meinen Mund gar nicht aufgebracht“, erklärte mir Rinka einmal augenzwinkernd auf meine diesbezügliche Frage, „und auf das Andere hatt‘ ich dann schon gar keine Lust mehr.“ Jetzt, ja jetzt wäre das schon was Anderes, meinte sie neulich scherzhaft, da tät so ein Stumpen gelegentlich schon passen.
Dabei wusste sie doch genau, dass sie sich auch jetzt noch meiner bedienen könnte, ich war ja noch gar nicht in der Sammlung. „Ne ne, lass man stecken!“, winkte sie dann jedesmal ab, wenn sie meinen lustvollen Unruheblick bemerkte, „mit dir mag ich’s einfach nur platonisch, du bist so ein wunderbarer kluger Kopf.“ Na ja, klug war der vielleicht schon, aber halt nicht gerade besonders ansehnlich mit seiner schmalen, länglichen Schädelform.
So vergingen die Jahre zwischen uns geistreich plaudernd und kaffeetrinkend, und Rinkas Sammlung wuchs von Jahr zu Jahr langsamer, bis ich schließlich gar keine Neuzugänge mehr feststellen konnte. Wir sprachen zwar das Thema nicht an, aber ich sah in ihren Augen noch manchmal den Widerschein früherer Glut, wenn sie die Lesebrille abnahm und sich eine graue Strähne aus der Stirn strich.
Eines Abends, ich hatte ihr wie üblich einen seit unseren jugendlichen Bergsteigertagen so geliebten Strauß Edelweiß mitgebracht, bat sie mich mit einem verschmitzten Mädchenlächeln in die Küche. Es roch nicht wie sonst nach Kaffee, eher staubig, und Kerzen brannten in feierlicher Aufstellung auf dem Gewürzboard, dem Kühlschrank, dem Fenstersims und dem Küchentisch, in dessen Mitte ihre kostbare  Porzellanschüssel stand, fast bis zum Rand gefüllt mit einer grauen glibbrigen Masse.
Rinka führte mich heran, nahm mir mit einem zärtlich gehauchten „Hey Du!“ die Brille ab, drückte mich in einen Stuhl und begann behutsam, mit der Sorgfalt einer Frau, die weiß was sie will, meinen glatzköpfigen Langschädel mit Gipsbinden einzuwickeln.

wf

– auch im ebook „Von Küssen & Musen“

Du

‚Spoken Poetry‘ mal anders: Die erotisch-frivole Anmache „Du“ des Schweizer Lyrikers Hans-Ulrich Kaufmann, hier im voicing von ‚wf‘, vertont als Slow-Funk-Rap mit 70er-Originalinstrumenten von ‚Dirty Fingers‘

Hans-Ulrich Kaufmann/ wf

Published in: on Juni 26, 2008 at 12:10  Comments (2)  
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Nach dem Flirt

Was machst du jetzt wohl?
Liegst vielleicht wie ich
noch wach / fandst den Abend
ganz nett – oder mehr?
Leicht angeheitert
wachträumst du von mir…

: verliebt! – oder doch
nur etwas wärmer als kühl?
Nur ein Abend lang
reizendes Spiel?

Dein Lächeln jedenfalls –
Ach! Was bild‘ ich mir ein!
Es war wohl nicht mehr
als freundlich und allgemein
und nur aus Eitelkeit,
dieser Angst,
austauschbar zu sein,
träum ich dich in mich hinein
als hättest du wirklich
mit jenem Lächeln
nur mich gemeint

wf

Published in: on Februar 5, 2008 at 12:55  Comments (2)  
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contemplation

Dragan Iljkic
Published in: on Januar 25, 2008 at 12:26  Schreibe einen Kommentar  
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harte kissen

kissen wie wellblechdächer
in die der schlaf abrutscht
mit eiskaltem regenwasser
gemischt; am wintermorgen
spülen sich wilde träume
über regenrinnen an stirnen
hinfort; angefressen von
wodka gin und
schwerem bordeaux
kamen rapid eye movements
aus dem takt; eben doch
noch mit nem typen in
adidaspulli geknutscht!
dunkle locken
unbekannt jetzt; beim lüften
das gesicht verloren
schlicht entwichen
aus der besenkammer
hinter augenlidern; hart
aufgeschlagen auf
wellblechkissen und
zu bruch gegangen –
shit; schon wieder

Marina Bartolovic

Published in: on Januar 8, 2008 at 1:10  Schreibe einen Kommentar  
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einzelregister

ich registriere mich
fragend
mit einem glas rotwein
in der hand
ich ordne mich ein
in schwarzweiße
gesellschaften
ich registriere dich
lachend
mit einem glas rotwein
in der hand
ich höre mich schweigen
wenn du mir ins ohr
raunst:
ich liebe dich
und das weinglas
in richtung ober
schwenkst
auf dass er es
nachfülle
wirklich
zum letzten mal

Marina Bartolovic

Published in: on Dezember 26, 2007 at 8:31  Schreibe einen Kommentar  
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